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‘You’re a ghost’?

Farewell Rolf!

Der Autor dieses Blogs hat uns dieses Jahr verlassen. Es ist ein gutes Jahr her, dass wir uns nach sehr langer Zeit wiedersahen und beschlossen, Deinen Texten und Gedanken hier eine Plattform zu geben. Nur kurze Zeit so manches zu besprechen, zu wenige nächtliche Telefonate. Und jetzt ist uns die Zeit ausgegangen nochmal ein neues Kapitel aufzuschlagen, wie man das unter Freunden im Leben mitunter macht.
Der Blog bleibt bestehn, ich hab noch einiges zu lesen und manch anderer wird es gerne tun. Den Rest machen wir, wenn wir uns wiedersehn… man weiss ja nie.
Dein Tim (Admin)

…hier ein „goodbye“ von George aus London:

Es war wohl so kurz nach Weihnachten 1982, also wohl der Anfang des Jahres 1983 und extrem sonnig und warm. Zwei Teenager beschlosen ganz einfach den kurzen Nachmittag bei so ungefähr 12 Grad radelnd zu verbringen. Rolf kam in Grosselfingen an und des Lebens uns freuend fuhren wir in die sonnige Riesfläche mit den schwarzen gepflügten Feldern, die auf Frost warteten.
Über Dies und Jenes, Schule, Musik, was man las und sicherlich Mädchen und vielerlei mehr, das uns nicht belanglos schien, redeten wir, atemlos nicht nur vom Radfahren, während Alerheim sich näherte mit seiner Brauerei – und Bier ward gekauft, und da man ja nicht vom Trinken allein lebt, auch Ritter Sport. Im Sonnenschein an die Burgmauer gelehnt enteckten wir dass dunkles Bier und Schokolade eigentlich recht gut zusammenpassen.

Wohl im Sommer drauf rätselten wir verbissen und verzweifelt wie eine Zeile in John Cale’s Paris 1919 eigentlich lautet. ‘Here it goes’ oder ‘You’re a ghost’? – Die Musik auf alle Fälle war so anders als alles andere auf Bayern 3, aber wir waren uns nicht bewusst, das unsere Mitschüler solche Bestrebungen wohl als elitäres Getue abtun könnten.

You’re a ghost la la la
You’re a ghost
I’m in the church and I’ve come
To claim you with my iron drum
la la la la la la

Bob Dylan trieb uns später um, Rimbaud, Punk, Politik. Rolf erholte sich von vielen Schlägen auch mal in London, und ein schönes Photo von Alexandra Palace ziert ja diesen Blog.

Dumm war Rolf auf keinen Fall, und Nördlingen war ihm Zuhause, Gefängnis, leichtes Spiel zu Karikieren, Anlauf- und Auslaufstelle. Seine Pop- und anderweitigen journalistischen Arbeiten (Trikont, Maro etc.), Prosa und Texte in gebundener Form sollten gesammelt werden. Seine hervorragenden Photographien (es wurde ja auch was veröffentlicht) würden dies nur unterstreichen.

Efficiency efficiency they say
Get to know the date and tell the time of day
As the crowds begin complaining
How the Beaujolais is raining
Down on darkened meetings on the Champs Elysee.

(John Cale)

Georg Kastl

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